Das Leben eines 08/15 Teenagers
 



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Begegnungen bei Sonnenuntergang

Heute war ein überaus wuseliger Tag. Ich bin nicht nur der Lösung des Verbindungshaus-Rätzels einen Schritt näher, denn ich habe morgen einen Besichtigungstermin bei einem (es war nur eine Frage der Zeit, bis sie aufgrund fehlender Nachfrage auch Mädchen in Betracht ziehen mussten, hehe). Dann wird sich mir offenbaren ob alle deutschen Verbindungen rechtsradikal sind, oder ob es sich um ein mieses Vorurteil handelt.

Dann bin ich nachmittags noch zum Zentralcampus gewuselt, obwohl das Wort hier nicht passt, denn es hat sich eher um einen 2 Kilometer Marathon gehandelt, mit mies gelaunten Autofahrern und wie aus dem Nichts auftauchenden Radfahrern als Parcour. Da musste ich mich dann der Beschaffung meines Studienausweises widmen, wobei mir das Fotoausstellding Probleme gemacht hat. Denn selbst wenn ich mich auf die Zehenspitzen gestellt habe, war mein Kopf nur ganz unten zu sehen. Ich hab echt die langen Lulatsche neben mir beneidet, die sogar etwas in die Hocke gehen mussten. Also an der Technik muss die Uni noch feilen.  Im Endeffekt hab ich also auf meinem Ausweis ein Bild, was zur Hälfte aus dem weißen Hintergrund besteht, aber egal.

Über etliche Umwege bin ich dann wieder zurückgewuselt und nach einer weiteren Streicheinheit mit Felix bin ich wegen des guten Wetters und um eine Pause vom Stadtlärm zu bekommen an den Kiessee gefahren.  Ein wirklich schöner See mit vielen Möglichkeiten für Wassersport und Wiesen für Grillabende. Doch ich wollte einfach nur ein hübsches Plätzchen zum Lesen. Und als ich fast den ganzen See umrundet hatte, habe ich mir eine ausgewaschene Bank ausgewählt von welcher man den Bach zum See hören und gleichzeitig den wunderschönen Sonnenuntergang beobachten konnte. Heute ist übrigens Tag-und-Nacht-Gleiche und obwohl der Herbst die Blätter vieler Bäume schon welken lässt war es angenehm warm und der süßliche Geruch von pinken Bachblumen lag in der Luft.

Also habe ich mein Buch hervorgeholt (Engel der Verdammten von Anne Rice) und mit dem Lesen begonnen. Doch kaum hatte ich den ersten Satz begonnen. Kam von hinten ein „Hallo…“. Im ersten Moment habe ich gar nicht realisiert, dass dieses Hallo mir gilt, aber als ich mich umgedreht habe stieg gerade ein hübscher Mann mit dunklen Haaren vom Fahrrad. Er hatte zwar eine Sonnenbrille auf, aber es war unmissverständlich, dass sein Hallo wohl an mich gerichtet war.

Ich war total perplex und dann fragte er, ob bei mir noch frei wäre. Ich hab einfach nur genickt und er hat sein Fahrrad abgestellt und sich mir gegenüber auf die Bank gesetzt. Ich glaube er war in meinem Alter, höchstens ein paar Jahre älter und er hatte schöne braune Haut und eine hübsche dunkle Stimme. Diese Bank ist sein Lieblingsplatz um nach der Arbeit den Sonnenuntergang anzusehen und zu entspannen, hat er mir erzählt. Ich weiß gar nicht mehr, was ich gesagt habe, denn ich war immer noch wie paralysiert und nach einer Weile hat er sich eine Zigarette gedreht und einen seiner Freunde angerufen.

Ich habe weiter gelesen, konnte mich aber auf den Text nicht wirklich konzentrieren, weil ich von seiner Anwesenheit total abgelenkt war. Nach einer Weile hat er aufgelegt und mich nach dem Buch gefragt, worauf ich ihm stotternd den Titel genannt habe und als er sich sein Fahrrad wieder geschnappt hat, verabschiedete er sich mit den Worten „Auf Wiedersehen Madame, vielleicht treffen wir uns ja nochmal“.

Ich wünschte, ich hätte seine Augen sehen können, aber er hatte die ganze Zeit eine Sonnenbrille auf. Ich wurde noch nie von einem gleichaltrigen Madame genannt... Streicht das letzte, ich wurde noch nie von irgendwem Madame genannt! Wahrscheinlich interpretiere ich auch zu viel in diese zufällige Begegnung, aber eines weiß ich, und zwar wo ich morgen um 5 vor 7 mein Buch lesen werde.

21.9.16 22:17
 
Letzte Einträge: 18-Jahre-Debakel, Deadline der Obdachlosigkeit, Actionpainting am erstem Tag, Und die Glückssträhne hält an, Professor Snape durchkreuzt meine Partypläne


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